Eindrücke von unserer Sommerausfahrt nach Neuwerk

Hier können Sie einige Berichte von Turnabteilungsleiterin Claudia Neumann-Johannsen und Teilnehmern der diesjährigen Sommerausfahrt der Turnabteilung von Komet nach Neuwerk lesen. Angefügte Fotos des Tagesausflugs ergänzen die beschriebenen Eindrücke.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

 

 

Neuwerk — eine der schönsten Ausfahrten bisher! (Claudia Neumann-Johannsen)

Neuwerk — eine der schönsten Ausfahrten bisher! (Claudia Neumann-Johannsen)

Diesen Satz habe ich mehrmals abends nach der Rückkehr von unserer letzten Ausfahrt am Iserbrooker Busbahnhof gehört.

Die Turnabteilung ist mit 109 Personen in zwei Bussen am 16. Juli 2017 morgens in der Frühe von Iserbrook nach Sahlenburg gefahren. Während der Busfahrt gab es viel Regen, und alle Kometer wurden von mir aufgefordert, zwecks Besserung kleine Stoßgebete an den Wettergott zu senden. Tja, und wenn „Komet-Engel“ reisen, dann klappt das auch! Pünktlich in Sahlenburg angekommen, hatten 62 Wattwanderer Zeit, sich die langen Hosen auszuziehen und in sehr kurze Hosen zu schlüpfen, denn die Priele sind teilweise sehr tief. Alle Kometer wussten vorher Bescheid ..., aber nicht alle haben mir geglaubt. Die übrigen 48 Teilnehmer warteten noch eine Stunde lang auf die sechs bestellten, von Pferden gezogenen Wattwagen; sie hatten sich für die trockenere Variante entschieden.

Der Wettergott hatte Nachsicht mit uns: Es war zwar windig, für Juli auch ein bisschen zu kühl, aber immerhin blieb es von oben trocken. 2 ½ Stunden sind wir durchs Watt marschiert. Gleich zu Beginn durchquerten wir einen Priel voller Steine, der eine gewaltige Strömung aufwies. Gegenseitig gaben wir uns Halt, und so gelang es uns dann auch, den zweiten Priel, der einigen bis zum Po ging, zu bewältigen. Es wurde viel gelacht, erzählt und manchmal auch geschwiegen, um Kraft zu sammeln und sich angesichts der Herausforderungen zu konzentrieren. Auch ohne direkten Sonnenschein war die Stimmung wunderschön, denn auch die Grautöne am Himmel können faszinierend sein. 

Ich habe mich besonders darüber gefreut, dass sich jeder mit jedem unterhalten hat, dass sich alle gegenseitig unterstützt und geholfen haben, besonders in den tiefen Prielen. Die gesamte Zeit über hat jeder einen aufmerksamen und achtsamen Blick auf seinen Nachbarn gehabt, um notfalls Hilfestellung geben zu können. Wir waren eine echte Einheit von 62 Kometern! Und es ist einfach großartig, so etwas zu erleben, einfach Spitze!

Auf Neuwerk angelangt ging es als erstes ans Füße-und-Beine-Waschen. Die kurzen Hosen wurden gegen lange getauscht und die vom Watt geprägten Kleidungsstücke verstaut. Alle waren wir mittlerweile sehr hungrig, so dass wir die Insel zielstrebig in Richtung unseres Restaurants „Nige Hus“ überquerten. Die Wattwagenfahrer waren schon dort und erwarteten uns sehnsüchtig, denn wir hatten vereinbart, nicht eher mit dem Essen zu beginnen, bis wir vollständig beisammen waren.

Ein köstliches Buffet mit selbst geräuchertem Fisch, gegrilltem Fleisch, leckeren Salaten und frisch gebackenem Steinofen-Brot wartete auf uns. Wir konnten uns Zeit lassen mit dem Essen, denn jetzt fing es an zu regnen. Kein Problem, wir saßen ja warm und trocken — bei einem köstlichen Mahl und erfrischenden Getränken. Nachdem alle satt und zufrieden waren, gab es noch ein kleines Schnäpschen, und nun hatte es auch aufgehört zu regnen. Was für ein Timing!

In kleinen Gruppen erkundeten wir die Insel und bestiegen das älteste Bauwerk Hamburgs, den berühmten Leuchtturm von Neuwerk. Jeder hatte ausreichend Zeit für sich und etwaige Erkundungen. Vor der Abfahrt trafen wir uns beim „Friedhof der Namenlosen“, wo sich bereits ein Bierwagen mit den mittlerweile schon traditionellen Fischbrötchen eingefunden hatte. Jetzt hieß es, sich noch einmal zu stärken mit besagtem Brötchen, Bier, Sekt oder Wasser. Zu Fuß ging es danach zum Anleger und anschließend mit dem Schiff auf die anderthalbstündige Fahrt zurück nach Cuxhaven. Während der Schiffstour kam dann endlich auch einmal die Sonne zum Vorschein, und wir konnten draußen an Deck sitzen und noch ein letztes Mal die frische Nordseeluft inhalieren. Direkt am Anleger in Cuxhaven warteten die beiden Busse auf uns. Und nachdem sich die meisten von uns mehr oder weniger erschöpft in die Sitze fallen gelassen hatten, erschien auf wirklich allen Gesichtern ein glückliches, zufriedenes Lächeln nach diesem wunderbaren Tag voller großartiger Eindrücke.

Ich danke ganz herzlich Robin, der die Gruppe angeführt hat, sowie Ulli und Ines, die darauf geachtet haben, dass keiner zurückbleibt; sie waren sozusagen der Besenwagen. Mein Dank gilt ebenso Gitte und Holger, die mit viel Aufmerksamkeit die goldene Mitte „beaufsichtigten“, sowie Jutta, unserer Lieben, die darauf geachtet hat, dass alle 48 kutschenfahrenden Kometer heil auf die Wattwagen kamen, und die als Belohnung mitfahren durfte. Meinem Mann Hartmut danke ich, weil er zusammen mit mir seine Augen überall und damit den Überblick hatte.

Kurzum, es war ein unvergessliches Erlebnis, ein toller Ausflug! Ich danke euch ALLEN!

Eure Claudia

Wattwandern nach Neuwerk (Wolfgang Blechschmidt)

Wattwandern nach Neuwerk (Wolfgang Blechschmidt)

Sehr früh am Sonntag, dem 16. Juli 2017, versammelten sich ca. 100 Kometer, überwiegend sehr rüstige Senioren, vor dem S-Bahnhof Iserbrook, um die beiden erwarteten Busse für die Sommerausfahrt der Turnabteilung nach Sahlenburg/Cuxhaven an der Nordseeküste aufzuentern. Pünktlich um 07:30 Uhr starteten die bis auf den letzten Platz besetzten Busse Richtung Cuxhaven.

Die Autobahnfahrt über Bremen geriet sehr entspannend, und so erreichten wir Sahlenburg um 08:45 Uhr; von hier sollte sie beginnen, unsere Wattwanderung hinüber nach Neuwerk.

Es herrschte bereits reges Treiben auf dem Sammelplatz und vor den Toiletten, schließlich waren wir nicht die einzigen, die ins Watt und die vorerst letzte Chance der Erleichterung nutzen wollten. Ungefähr die Hälfte der Kometer hatte für die 12 km vor uns liegende Strecke Pferd und Wagen gewählt — keine schlechte Wahl, wie sich später herausstellen sollte. Der „kernige Rest“ unserer bunten Truppe machte sich zu Fuß auf den Weg ...

In Badehose bzw. Badeanzug die einen, in voller Montur die anderen, aber alle, wie vom Veranstaltungsteam dringlichst empfohlen, in Schuhwerk — ein Muss, wie sich schon bald herausstellte.

Das Wetter spielte mit: Bei bedecktem und leicht diesigem Himmel blieb es trocken; dazu gab es achterlichen Schiebewind der Stärke 2-3. Am Strand richtete jeder seinen Blick voraus — wo war Neuwerk? Zu sehen war die Insel zunächst noch nicht, was allerdings kein Problem darstellte. Ein langer lockerer Treck von Wattwanderern wies uns den Weg. Von Einsamkeit in den Weiten des Watts keine Spur. Der Hunderte von Metern lange Zug der Wanderer führte entlang von Markierungsstangen, die mit Reisigbüscheln versehen waren und so der Orientierung dienten.

Also, los ging´s ... Raumgreifende Schritte waren angesagt — estimated time of arrival: ca. 13:00 Uhr; das bedeutete eine Marschgeschwindigkeit von ungefähr 6 km/h. Wer nun allerdings auf großflächige und zügig begehbare Sandbänke gehofft hatte, der wurde rasch eines besseren belehrt. Stattdessen trafen wir auf große „Seen“, die mal knöcheltief waren, in denen das Wasser dann aber auch schon mal bis zum Knie reichte. Etwas später breiteten sich breite Priele vor uns aus, die — von West nach Ost verlaufend mit beachtlicher Wassergeschwindigkeit und mit steinigen Kaskaden, über die das Wasser schoss — zur echten Herausforderung wurden.

Kettebilden war angesagt, damit keiner zu Fall kam. Weiter draußen im Watt erreichte die Wassertiefe in den Prielen Oberschenkelhöhe. Wer des Wetters wegen lange Hosen angezogen hatte, war spätestens jetzt klöternass. Als motivierender Lichtblick wurde bei aller Anstrengung das Ziel unserer Watt- bzw. eher Wasserwanderung zunehmend sichtbar. Das Eiland Neuwerk mit seinem prägnanten Leuchtturm kam zu unserer großen Freude näher. Ein weiterer Blick zur Uhr mahnte uns zur Eile. Kurz vor unserer Anlandung wurde der Wattboden noch einmal schlickig und ordentlich rutschig.

Dann aber war es geschafft: Nach ca. 2 ½ Stunden hatten wir festen Neuwerker Boden unter den Füßen. Ein Blick zurück in Freude über die bewältigte Strecke. Die Festlandsküste war kaum noch auszumachen. Unser erster Weg an Land führte uns zur Waschstation und dann zu den Sanitärräumen. Hier zogen wir uns um und verstauten die nassen, sandigen und schlickbelasteten Klamotten in Rucksäcke und mitgebrachte Tüten, bevor wir uns aufmachten zum Restaurant „Zum Anker“.

Hier wurden wir aufs Beste versorgt. Das Buffet bot mit seiner Vielfalt und Reichhaltigkeit für jeden Geschmack etwas. Nach dem Genuss der Matjesbrötchen am späten Nachmittag — dargereicht in einem fahrbaren Bierwagen — ging es dann zur Fähre, die uns bei Bilderbuchwetter mit viel Sonnenschein zurück nach Cuxhaven brachte. Und nach der wiederum ruhigen Busfahrt über die Autobahn Cuxhaven, Bremen und Hamburg erreichten wir glücklich und sehr zufrieden um ca. 22:30 Uhr Iserbrook.

Damit endete ein äußerst erlebnisreicher Tag mit vielen bleibenden Eindrücken, der von Claudia und dem Veranstaltungsteam bestens organisiert und durchgeführt war.

Chapeau! Und ein herzliches Dankeschön für diesen bemerkenswerten Ausflug!

Wolfgang Blechschmidt

Premiere mit Komet (Gudrun und Rodger Mahnke)

Premiere mit Komet (Gudrun und Rodger Mahnke)

Ja, Neuwerk sollte es nun sein. Da wollten wir unbedingt mit dabei sein. Es sollte unsere doppelte Premiere sein: das erste Mal auf Neuwerk (für Hamburger doch ganz klar ein „Muss“) und das erste Mal mit dabei auf einer Komet-Vereinsausfahrt.

So packten wir unsere Sachen: Klamotten für „an Land“, Klamotten für „das Watt“ — alles auch regentauglich, Proviant für diese sicherlich in jeder Hinsicht zehrende Wanderung durchs Watt, Sonnenschutz für Haut und Kopf; und auch mit geladenen Akkus versehene Handys kamen selbstverständlich mit ins Gepäck.

Es fand sich in der Familie kein Shuttle-Service für diesen Sonntagmorgen um 7:00 Uhr zum Treffpunkt am Iserbrooker Bahnhof, weshalb wir das Fahrrad nahmen und damit auch autark waren für den Rückweg, der für ca. 23:00 Uhr geplant war. Alle Teilnehmer waren pünktlich da, so dass die beiden Busse zeitlich wie vereinbart starten konnten. Ganz kommodig lenkte unser Fahrer Atze unseren Bus durch den sonntäglichen Morgen nach Sahlenburg/Cuxhaven.

Wohl dem, der mit dem Reisebus dorthin fahren und bevorzugt abgesetzt werden kann! Denn die Tide war günstig für Tagesausflügler, und wir waren nicht die Einzigen, die nach Neuwerk wollten. Kutschen und Wattwanderer warteten auf den Start, es lag eine gewisse Anspannung in der Luft. Die Letzten wechselten von langer Hose auf kurze Hose und fragten sich, ob sie wohl kurz genug sein würde; zur Sicherheit suchten wahrscheinlich ALLE noch einmal das WC auf. Pünktlich auf die Minute ging es für uns Wattwanderer um 11:45 Uhr los, während die Kutschfahrer noch eine Stunde Zeit hatten bis zu ihrer Abfahrt.

Hinter der Düne sahen wir sie dann: die Reisigbüschel, die uns den Weg durchs Watt weisen sollten. Und auch die anderen Gruppen, die schon losgegangen waren, sowie die Kutschen, die uns bereits von Neuwerk entgegenkamen, gerieten in unseren Blick. Schon bald nach unserem Start trafen wir auf den ersten Priel, der mit den fiesen Steinen, die trotz Badeschuhen an den Füßen wirklich weh taten. Der als tief angekündigte zweite Priel war für die ca. 1,60-m-Großen beintief, aber alle wuppten das. Danach lief alles glatt übers Watt. Überhaupt war die knapp 3-stündige Wanderung anscheinend kein Problem — alle kamen gut beieinander und immer noch miteinander klönend auf Neuwerk an. Die Kutschfahrer trudelten erstaunlicherweise erst nach uns Wanderern auf der Insel ein.

Nach dem erneuten Umziehen — diesmal von kurzer in die lange Hose — ging es gleich zum Restaurant „Zum Anker“, wo wir im Räucherhaus „Tüdelüt“ unseren eigenen Bereich hatten. Das für uns über 100 Personen aufgefahrene Buffet bot mit seinen Salaten, Dressings, selbstgebackenem, noch warmem Brot, dem frisch geräucherten Fisch, gegrilltem Fleisch, Geflügel und Bratwurst für jeden Geschmack und Appetit etwas. Außerdem wurden wir mit verschiedenen Getränken versehen. Wie ließen uns die Köstlichkeiten so richtig schmecken!

Danach hatten wir bis 17:30 Uhr Zeit zur eigenen Verfügung. Natürlich entschieden wir uns für den Aufstieg zum Turm. Der Aufgang bis zur Kasse ist ein echtes Kleinod und eine wahre Augenweide für den, der sehen möchte, wie es ist, in einem Baudenkmal zu wohnen. Das Eintrittsgeld von 2,00 € ist es allemal wert — zumal für Hamburger —, den Blick von oben über die Insel schweifen zu lassen, u. a. den Jachthafen und den Fähranleger zu sehen, die vielen Pferde und keine Schafe. Auch sahen wir keine Pricken mehr auf der Wattseite, die Flut hatte sie verschluckt. Und wir stellten dort oben fest, dass wir es nicht mehr schaffen würden, die Insel zu umrunden, obwohl sie übersichtlich groß ist. So tranken wir erst einen Eiergrog, dann schlenderten wir um den kleinen See von Neuwerk, gingen in den Inselladen, was sehr amüsant war, und erkundeten noch ein wenig den Jachthafen, um nach den beiden dort liegenden Booten zu schauen.

Anschließend ging es auf dem Deich zu unserem nächsten Treffpunkt vor dem „Friedhof der Namenlosen“. Dort erwarteten uns wieder der Anker-Wirt, der uns aus seinem Bierwagen leckere Fischbrötchen, ein Glas Sekt bzw. Bier oder einen Softdrink reichte. Es war ein wunderbares Happening mit viel Flair. Danach hieß es Abschied nehmen von Neuwerk. Wir zogen über den Deich zum Fähranleger und nahmen für die Überfahrt nach Cuxhaven Platz an Deck des Schiffes, das uns nach einer Fahrt bei ruhiger See (immerhin Elbmündung) gegen 20:00 Uhr in Cuxhaven „Alte Liebe“ absetzte. Hier warteten bereits unsere beiden Busse auf uns, die uns sogleich nach Hamburg fuhren. Der eine oder andere mag auf der Busfahrt eingeschlafen sein ...

Dieser Ausflug war sehr schön und gelungen und macht uns neugierig auf die nächsten Ziele, die Claudia, Hartmut, Gitte und Holger für uns aussuchen werden. Wir hoffen, dass wir dann Zeit haben werden, um wieder dabei sein zu können. Vielen Dank aber zunächst einmal für Neuwerk und vielen Dank auch den anderen 103 Teilnehmer, denn alle zusammen haben den Ausflug zu einem erinnerungswürdigen Tag gemacht!

Gudrun und Rodger Mahnke

PS: Wie das Wetter war? Wir wissen nun, warum man an der Nordsee keine Frisur hat, sondern nur Haare. Aber die blieben trocken, denn während der Hinfahrt und während des Essens mussten wir ja nicht nach draußen. Beim Einlaufen in Cuxhaven hatten wir sogar eine tolle Abendsonne, die den Tag wunderbar abschloss ...

Kometer auf der Spitze des Leuchtturms Neuwerk (Heinz Schrock)

Kometer auf der Spitze des Leuchtturms Neuwerk (Heinz Schrock)

Das älteste Bauwerk Hamburgs, der Neuwerker Leuchtturm — einschließlich Wurt ca. 45 m hoch und von 1300 bis 1310 erbaut — wurde am Sonntag, dem 16. Juli, im Rahmen der jährlichen Komet-Sommertour erstiegen. 138 Stufen führten zur Aussichtsplattform, von der wir einen großartigen Rundblick genießen konnten und einen einzigartigen Blick in die Deutsche Bucht. Da verlangte es so manchen anschließend nach einem kräftigen Eiergrog ... Claudia Neumann-Johannsen und Jutta Kramm samt ihrem Team gilt mein herzlicher Dank für die Planung und wunderbare Durchführung dieses sehr gelungenen Ausflugs. Es war eine meiner schönsten Fahrten.

Bei tristem Hamburger Schmuddelwetter ging es pünktlich am Iserbrooker Bahnhof mit zwei Bussen auf die Autobahn. Nach dem Bremer Kreuz sah man die Ausfahrtschilder in die Künstlerdörfer Fischerhude und Worpswede. Linker Seite dann die Straße durch den Wesertunnel nach Oldenburg. Bremerhaven ging schnell vorüber, rechts ging es nach Bad Bederkesa (Burg und See), meiner früheren Heimat. Nun fuhren wir auf der Autobahn durch das Land Wursten mit Wremen, Dorum, Spieka, Cappel-Neufeld und Nordholz, bis wir in Cuxhavens Ortsteil Sahlenburg das trübe Watt erblickten.

Für die Marschierer, Wattwanderer genannt, ging es schon bald auf den Weg, der teilweise durch Muschelbänke, über Steine und vor allem durch mehr oder weniger tiefe Priele führte und einige Kondition erforderte. Aber die Stimmung blieb fröhlich, auch für die Kutschfahrer, die auf sechs Wattwagen à acht Personen Platz fanden — mit Jutta am Ende als „Lumpensammlerin“. Sie brauchte aber zum Glück nicht aktiv zu werden.

Auf Neuwerk angekommen vereinigten sich wieder beide Gruppen beim Hotel „Nige Hus“ in einem rustikalen Speisepavillon. Der im Raum geräucherte Fisch, die Salate, das Fleisch, die Bratkartoffeln, das im Steinofen gebackene Brot — es war eine Köstlichkeit, die Herrn Hausers Küche auf dem Süllberg in nichts nachstand.

Das Nieselwetter legte sich, manche Erkundigungsgänge starteten, darunter natürlich die Leuchtturmbesteigung, bis wir uns zum Abschluss unseres herrlichen Aufenthalts auf der Insel Neuwerk und vor Antritt der Schiffsfahrt zurück nach Cuxhaven noch beim Speisewagen „Watt-Oase“ mit wohlschmeckenden Fischbrötchen, mit Bier, Sekt oder Wasser stärken konnten.

Auf der Fahrt mit der „MS Flipper“ strahlte nicht nur die Sonne, sondern auch die Augen und Herzen der Kometer. Fröhliche Gesänge wurden hier und da angestimmt, und schon waren wir in Cuxhaven an der „Alten Liebe“. Dort warteten schon die Busse, mit denen wir, dankbar für diesen wundervollen Tag, glücklich wieder in Iserbrook eintrudelten.

Heinz Schrock

Ausflug zur Insel Neuwerk (Carsten Oelfke)

 

 

Ausflug zur Insel Neuwerk (Carsten Oelfke)

Die Abbildung des Neuwerker Leuchtturms auf der 45-Cent-Briefmarke von 2010 mag etliche bewogen haben, dieses markante Bauwerk selbst bis in die Spitze zu erobern, und so folgten viele Kometer freudig dem Vorschlag der Reiseorganisatoren der Turnabteilung und versammelten sich am Sonntag, dem 16. Juli, pünktlich zu früher Morgenstunde am Bahnhof Iserbrook.

Die zwei gutgelaunten Busfahrer brachten die 109 Teilnehmer der diesjährigen Sommerausfahrt in zügiger Fahrt nach Sahlenburg, einem Ortsteil Cuxhavens. Hier empfing uns Nieselregen, aber hinter einem grauen Nebelschleier konnte man ihn erahnen — den Leuchtturm von Neuwerk!

Im vor uns liegenden Watt geben an langen Stangen befestigte Reisigbüschel, die Pricken, die im Abstand von ca. 50 Metern angeordnet sind, den Wattwandern Orientierung auf ihrem Weg zur Insel.

Nach der Ankunft in Sahlenburg teilte sich die Reisegruppe auf — in die Wanderer, jene Mutigen, die sportlich nie Aufgebenden, die keine Strapaze scheuen und die es wagten, die Silhouette des „verheißungsvollen“ Turms stets vor Augen, sich auf den abenteuerlichen Marsch durchs Watt zu begeben, und die Wattwagenpassagiere, die möglichst trockenen Fußes ans Ziel kommen wollten.

Am Anfang konnte man wirklich von einer erholsamen Wanderung sprechen, aber als nach 3 km der erste Gefängnisturm, sprich Rettungsturm auftauchte, fragte sich so mancher sicherlich doch, ob er die 12 km wohl schaffen würde oder unter Umständen 6 bis 7 Stunden, das nächste Niedrigwasser abwartend, in so einem Gitterkäfig bei Sturm und Regen in der Dunkelheit verbringen müsste. Der vorbeipreschende Rote-Kreuz-Wagen beflügelte diese Gedankengänge noch und wirkte eher weniger beruhigend ...

Während die ersten Kilometer noch als Kneippgang von den Füßen geschätzt wurden, änderte sich die Situation schlagartig, als der erste Priel mit reißender Strömung durchwatet werden musste. Danach war fast alles bis zu den Oberschenkeln nass, und aus den Schuhen quatschte das Wasser — immer wieder quatsch, quatsch ... Muschelsplitter setzten sich in den Schuhen fest und ritzten die Haut auf. Zum Glück hatte der Regen aufgehört, und die Temperatur stieg auf immerhin 17 °C, was recht angenehm war.

Mit jedem Kilometer schien diese Wanderung mehr zu einem Martyrium zu werden. Aber Verzagen war unsere Sache nicht, und die Schmerzen (hauptsächlich an den Füßen) wurden mental einfach weggeblasen von unseren führenden und stets aufmunternden Begleitern. Mit ihrem Lachen und motivierenden Parolen verkürzten sie uns die Zeit bis zur ersehnten Insel ganz erheblich. Der sich aus dem Nebel schälende Leuchtturm machte seinem Namen alle Ehre — er wurde zum leuchtenden, erlösenden Ziel.

Diejenigen, die sich für den eher gemütlichen und fremdangetriebenen Transport nach Neuwerk hinüber entschieden hatten, saßen in Wagen, die von kräftigen Mecklenburger Vierbeinern mit wohlklingenden Namen wie Lotte oder Hector übers Watt gezogen wurden. Geleitet wurde dieser „Treck“ von Horst, der gern seine Döntjes über Wattenmeerrennen erzählte. Die Passagiere saßen eingehüllt in wetterfester Kleidung auf den gelbleuchtenden Wagen, schaukelten auf ihren Sitzen hin und her, träumten und genossen die Unendlichkeit des Horizontes — auch keine schlechte Wahl!

Nach der Überwindung des Wattenmeeres trafen sich alle im Hotel „Zum Anker“. Die Organisatoren müssen beim Wirt einen großzügigen Tag erwischt haben, denn er ließ ein Buffet servieren, an dem sich jeder nach Geschmack und Kapazität ausgiebig laben konnte. Die anschließende „Freizeit“ konnte individuell gestaltet werden; viele erklommen natürlich den Leuchtturm und ließen ihren Blick von Cuxhaven über die Elbmündung in die Deutsche Bucht schweifen. Ein grandioser Weitblick!

Die Sonne strahlte, es nahte die Kaffeezeit und serviert wurden zum krönenden Abschluss Matjesbrötchen. Ein erlebnisreicher Tag näherte sich seinem Ende. Wir enterten schließlich das Fahrgastschiff „MS Flipper“, das uns zurück nach Cuxhaven brachte. Während einige Veteranen von ihrer Fahrenszeit plauderten, verfolgten andere kritisch den Kurs des Schiffes angesichts der tückischen Sandbänke. Trotz aller Bedenken landeten wir sicher in Cuxhaven, wo bereits die Busse uns erwarteten, um uns dann in störungsfreier Fahrt zurück nach Iserbrook zu bringen. Auch so ein toller Tag muss mal zu Ende gehen!

Den Organisatoren ist bestimmt zigmal dankbar die Hand geschüttelt worden, dennoch von mir hier noch einmal auf Neudeutsch: „You did a great job! Vielen herzlichen Dank!“

Carsten Oelfke

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